Facebook-Seiten bewerten per Rezension

Facebook macht sich daran nun auch qualitative Bewertungen von FB-Seiten einzuräumen.

Es gibt nun die Möglichkeit mittels des „Rezensieren“-Buttons, der sich direkt neben dem „Gefällt mir“-Button befindet.


Man kann eine Seite bewerten als:

  • Schlecht (1 Sterne)
  • Angemessen (2 Sterne)
  • Gut (3 Sterne)
  • Sehr gut (4 Sterne)
  • Ausgezeichnet (5 Sterne)

Zudem kann man einen Bewertungstext zufügen, um dem ganzen noch eine persönliche Note zu geben.

Die Frage, die sich mir nun stellt: ist das nützlich oder eher gefährlich?

Nützlich einerseits sicherlich, denn um eine Kennzahl erweitert, so lassen sich nun nicht nur die Conversion-Rate und die „Likes“ zählen und zur Auswertung heran ziehen, sondern auch die Bewertung/Rezension.

Aber: gefährlich ist es ebenfalls, denn nun gibt es für Wettberber, Hasser und anderen Menschen, die einem Unternehmen ggf. nichts Gutes wollen die Chance, dass man mit Schmutz wirft.
Im Idealfall nutzt ein User die Rezension, um Feedback zu geben – was er aber bereits mittels Kommentar-Funktion konnte.

Im schlimmsten Fall werden 1 Sterne-Bewertungen abgegeben, um eine Seite ohne wirklichen Gehalt zu verunglimpfen.
Sicherlich, auch das war mit Kommentaren möglich – aber dieses Variante hat nun mehr Strahlkraft.

Was wird also letztlich wirklich bewertet?
„Bewerte diesen Ort“ steht bei Abgabe einer Bewertung als Textoption – was aber wird letztlich bewertet?
Bleiben wir beim Beispiel henneundei:

  • Das Büro an sich – ist es schön gestaltet, nette Leutchen vor Ort?
  • Das Layout der Facebook-Seite?
  • Der Inhalt der Facebook-Seite?
  • Die Qualität der Zusammenarbeit?

Was also soll dort bewertet werden, was man nicht mittels Kommentar erledigen könnte?

Ich persönlich bin immer skeptisch, wenn man eine nominale Bewertungsmöglichkeit (mag ich oder eben nichts tun) umwandelt in eine ordinale Sterne-Bewertung. Nun auch bewusst schlechte Bewertungen zuzulassen kann meiner Meinung nach auch nach hinten losgehen.

Ich fände es ausreichend, wenn man weiterhin die Interpretationsmöglichkeiten für wenige „Likes“ ließe: finden die User das Unternehmen nicht gut und liken deswegen wenig?
Wissen nur nicht genug User, dass das Unternehmen bei FB vertreten ist? …

So aber gibt es keine Interpretationsmöglichkeiten: schlecht ist schlecht und wird – wie in vielen anderen Bewertungsportalen – ggf. nicht hinterfragt und schädigt möglicherweise die Reputation eines Unternehmens, auch wenn es „unschuldig“ ist.

Schwierig, schwierig. Man wird sehen müssen, wie sich diese Neuheit entwickelt.

Euer Mike

Social Media und Banken

Ja, das ewige Thema – trauen sich Banken auf die Bühne des Social Webs?
Haben grade Banken als Organisation, zu der man sowieso ein Vertrauensverhältnis benötigt, überhaupt eine Wahl dort NICHT aktiv zu sein?
Ist ob des Bankencrashs nicht so viel Vertrauen verspielt worden, dass man gerade jetzt im Social Web aktiv werden MUSS, um das Vertrauen wieder aufzubauen?

Erinnern wir uns daran, was PR bedeutet und wozu sie nötig ist: Bemühungen zu unterstützen, um über öffentliche Meinungen informiert zu sein und darauf reagieren zu können, um Vertrauen und Verständnis zu werben, um im Krisenfall eine „Schonfrist“ durch gute Reputation/Image zu haben.

Da das Thema immer noch aktuell ist und die Banken ein Engagement noch immer nicht als notwendig anzusehen scheinen, möchte hier einige interessante Ansätze präsentieren. Diese liegen zwar bereits knapp zwei Jahre zurück, aber aus aktuellen eigenen Erfahrungen muss ich sagen, dass sich bis dato nicht wirklich viel an der Zurückhaltung geändert hat.

Viele Banken sind bei Facebook, Twitter und Co. „da“ – aber es erfolgt kaum ein Dialog. Das bestätigt auch eine Untersuchung der Düsseldorfer Keylens AG. Das, so muss ich zugeben, ist allerdings kein bankenspezifisches Problem, diese Situation herrscht bei vielen KMU vor, die „einfach mal mitmachen“ wollen.

Sehr interessant ist zu dem Thema der Artikel „Banken haben Facebook und Twitter für sich entdeckt“.

Rühmliche Ausnahmen bilden auch heute noch die Fidor und die GLS Bank, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und voll auf Social Media bauen.
Seht Euch dazu auch gerne das Interview-Video mit Matthias Kröner (Chef der Fidor) an.

Euer Mike

Das Internet vergisst nie!

Medienkompetenz, ein Schlagwort, das wir immer wieder im Zusammenhang mit dem Social Media Marketing in Unternehmen hören.

  • Sind die involvierten Mitarbeiter mit einer gewissen Medienkompetenz ausgestattet?
  • Sind sie in der Lage Regeln und Guidelines einzuhalten?
  • Sind sie in der deutschen Sprache einigermaßen unfallfrei unterwegs?
  • Schaffen Sie es sachlich, freundlich und kompetent aufzutreten?

In diesem Zusammenhang wird häufig darauf hingewiesen, dass das Internet nie vergisst, quasi nahezu alles Geschriebene auf immer und ewig in den Weiten des Internets verfügbar bleibt.
Wenn dann ein wenig medienkompetenter Mitarbeiter etwas verfasst, das für das Unternehmen nicht gut ist, kann es schon ein wenig Mehraufwand bedeuten diesen Fehler wieder auszubügeln und das google-Ranking zu optimieren.

Medienkompetenz ist aber auch im Zusammenhang mit dem Bewerbungsmanagement ein Thema.
Nicht selten suchen Recruiter der Unternehmen auch im Netz nach den Namen der Bewerber und der Onlinevergangenheit.

Deshalb ist es mit Sicherheit wichtig unseren Kindern mit auf den Weg zu geben: seid vorsichtig mit dem, was Ihr macht – es könnte im Zweifelsfall Eure Zukunft negativ beeinflussen.
Aber ist es wirklich ein Muss als Privatperson allglatt und fehlerfrei im Netz zu agieren, um auf teufel komm raus die persönliche Reputation scheinbar zu wahren?

Meine ehrlich gemeinte Antwort ist: nein.

Ich möchte das mit einem Zitat von Zsa Zsa Gabor erklären:
„Menschen, an denen nichts auszusetzen ist, haben nur einen Fehler: sie sind uninteressant.“

Euer Mike