Mnemotechnik: Fakten vs. Geschichten

So funktioniert Storytelling – ein Beispiel aus der Mnemotechnik

Aha, Mnemotechnik.

Was soll diese Technik nun zum Storytelling (ST) beitragen?
Nun, nicht unbedingt zum Storytelling an sich, aber es zeigt, warum Storytelling so gut funktioniert. Quasi ein Erklärungsversuch.

Ich versuche es mal.

Mnemotechnik
Episodisches vs. semantisches Gedächtnis. Quelle

 

Dafür begeben wir uns kurz auf die physiologische Ebene, denn das hat alles etwas mit unserem Gehirn zu tun.

Wir haben einerseits das semantische Gedächtnis, das uns Dinge lernen lässt, die mit Fakten zu tun haben. „Das semantische Gedächtnis ist eine Art Speicher in unserem Gehirn. Jegliches erlerntes Wissen, zu dem wir jedoch persönlich keinen direkten Bezug haben, wird hier gespeichert.“ (Quelle: Neuronation.de)

Beispiel: Ein Kilogramm Federn ist schwerer als ein halbes Kilogramm Eisen.

Die für das Storytelling zuständigen Hirnareale allerdings bedienen das für das ST wesentlich wichtigere episodische Gedächtnis.

„Das episodische Gedächtnis speichert sowohl positive als auch negative Erfahrungen. So können wir uns beispielsweise an peinliche Situationen, den Schulabschluss, Unfälle, einprägsame Bilder aber auch an die glücklichsten Momente aus unserem Leben erinnern. Das episodische Gedächtnis und Lernen ermöglicht es uns Menschen demnach komplexe Alltagserfahrungen zu behalten und diese in einen zeitlichen und räumlichen Bezug zu stellen. Hier unterscheidet es sich vom semantischen Gedächtnis, welches zwar ebenfalls gelerntes abspeichert aber nur Informationen, die uns selbst nicht direkt betreffen.“ (Quelle: Neuronation.de)

Heißt also, das episodische Gedächtnis ist das, was uns ausmacht.
Es ist das, was Emotionen auslöst und speichert – und zwar durch Geschichten, durch UNSERE Geschichten. Wir kennen das aus der Schule: Matheformeln sind irgendwann irgendwie „weg“ – aber den Namen des Typen, der unsere erste Freundin ausgespannt hat, den wissen wir noch auf dem Sterbebett.

Die Frage ist demnach, wie kann Unternehmenskommunikation Fakten und Inhalte vermitteln, wenn doch dafür das semantische Gedächtnis zuständig ist?

Und da kommt die Mnemotechnik ins Spiel, denn die macht genau das.
Sie schafft es Fakten in erlebbare Geschichten zu verpacken.

Diese Technik wird beispielsweise von Gedächtniskünstlern genutzt, um sich Dinge wie Zahlen, Gegenstände u.Ä. zu merken.

Aber auch Kindern kann man damit Lerninhalte viel einfacher zugänglich machen.

So ist es also auch Unternehmen in ihrer Kommunikation möglich trockene Informationen in Geschichten zu verpacken, damit sie im episodischen Gedächtnis landen und nicht im semantischen.
Das ist sowohl für die interne, als auch für die externe Kommunikation eine große Chance.