Die Krise des Marketings

… so titelt der „Harvard Business Manager“ in seinem Artikel.

Leider kann ich tatsächlich dort beschriebenen Dinge in vielerlei Hinsicht nur bestätigen.
Ich möchte einige markante Stellen des Artikels kurz heraus- und dazu Stellung nehmen.

Aussage 1:
„Beginnen wir mit einer recht niederschmetternden Feststellung: Das Marketing ist heute in vielen Unternehmen keine treibende Kraft.“

Ja, das ist tatsächlich leider so. Alleine die Vorstellung davon was Marketing ist macht einen manchmal stutzig. Wie oft wird Marketing mit Werbung gleichgesetzt. Wie oft wird der Berater, Unterstützer, *bitte weitere Bezeichnungen selbst einsetzen* als Werbeagentur missverstanden.

Sich Gehör zu verschaffen bei den Unternehmern ist mit einer schwer nachzuvollziehenden Voreingenommenheit wirklich schwer, denn wenn die Antwort auf die Frage „Was machen Sie denn eigentlich?“ etwa Worte wie „Marketing“ oder „Kommunikation“ beinhaltet, dann vielleicht zusätzlich noch die böse Wortfolge „Social Media“ – dann ist es vorbei und man winkt ab. Gerne möchte ich hier ein Zitat von Henry Ford anbringen und jedem Unternehmer, der von Marketingexperten kontaktiert wird, mit auf den Weg geben: „Ich prüfe jedes Angebot. Es könnte das Angebot meines Lebens sein.“

Aussage 2:
„Zwei Drittel der Vorstandsvorsitzenden der größten deutschen Unternehmen sind Naturwissenschaftler, Ingenieure oder Juristen, nur jeder fünfte CEO hat zuvor im Marketing gearbeitet. Und es kommt noch schlimmer: Nur 10 Prozent aller CEOs gaben laut einer Fournaise-Studie an, die Arbeit ihrer Marketingmanager zu schätzen.“

Der erstbeschriebene Sachverhalt ist häufig im Profifußball zu beobachten. Daraus resultieren Dinge, wie sie das „Manager Magazin“ jüngst veröffentlichte, die Bundesliga wird mehr und mehr zu Schuldenfalle, denn auch in den Vorstandsetagen sind kaum Vorsitzende zu finden, die entweder Geschäftsführungs- geschweige denn Marketingerfahrung haben. So ist es dann auch kein Wunder, dass immer mehr Akademiker lieber zu Großkonzernen abwandern, anstatt dem Mittelstand zur Verfügung zu stehen. Das Magazin „Impulse“ stellt fest und kritisiert, dass Firmen mit weniger als 500 Mitarbeitern kaum professionelles Marketing betreiben.

Aussage 3:
„Marketing gilt vielen als sogenannte ‚Bullshit‘-Branche, die die Wahrheit verschleiert und Krempel schmackhaft macht, den niemand braucht.“

Hier zeigt sich, wie wichtig vor allem das Social Media Marketing zukünftig sein wird, in dem man eben NICHTS verschleiern kann und im Zuge des Empfehlungsmarketings nur die Dinge empfohlen werden, die man tatsächlich brauchen kann.

Und damit verbunden die Aussage 4:
„In der Praxis ist wenig zu sehen vom Marketing als Konzept, das sich an den Kundenwünschen ausrichtet und als Beziehungspartner agiert.“

Ich wage, wenn das so aufgefasst wird, die These: Social Media Marketing ist ein Filter für die Zukunft. Diejenigen, die sich an Kundenwünsche ausrichten und den Kunden als Beziehungspartner sehen, werden Social Media Marketing (vorrangig) nutzen und erfolgreich sein.

Alle anderen werden nach und nach Probleme bekommen und vielleicht sogar von der Bildfläche verschwinden.

Euer Mike