Gastronomen im Zwiespalt

Viele Gastronomen glauben nicht an Trends

„Wir sind immer ausgebucht“ – ein Telefonat mit einem mir gut bekannten Gastronomen hat mir wieder einmal die Augen geöffnet.
Bereits vor einigen Monaten traf ich einen anderen Gastronomen, der ähnlich sprach.

„Wir sind ausgebucht – und das wird auch so bleiben!“
„Ich weiß, dass meine Weiterempfehlungsrate nur 70% ist, aber die Leute kommen ja trotzdem wieder.“
„Wir haben bei Portal XY nur gute Bewertungen erhalten, die Leute sind zufrieden. Was sie allerdings sagen, weiß ich nicht.“

Ganz ehrlich?

Das macht mir Angst – nicht um mich, aber um diverse Gastronomiebetriebe, denn diese beiden sind sicherlich nur die kleine Spitze eines recht grooooßen Eisbergs.

70% Weiterempfehlungsrate: was, wenn andere Hotels der Stadt oder Region plötzlich zulegen?
Was, wenn diese Bewertungen ernst nehmen, sich verbessern und den Dialog in den Social Media forcieren? Was, wenn sie dadurch Gäste abwerben?
Wir sind immer ausgebucht: Was, wenn man ob seiner Selbstsicherheit das Rennen verlangsamt und die anderen einen plötzlich und unerwartet überholen?
Und dann dauerhaft an einem vorbeigezogen sind, weil man auf Kundenwünsche eingegangen ist? Weil man Meinungen ernst nimmt und sich stetig verbessert?
DAS Portal hat nur gute Bewertungen über uns: Was, wenn nur dieses eine Portal gute Bewertungen bereit hält, man aber gar nicht weiß, dass auf vielen anderen Portalen die Bewertungen schlecht sind?
Was sie sagen weiß ich nicht: Was, wenn man auch auf gute Bewertungen nicht reagiert und der Gast das Gefühl hat, das er einem vollkommen egal ist? Oder wertvolle Tipps für das eigene Qualitätsmanagement dabei sind, ob ich etwas falsch mache oder aber vielleicht richtig gut?

Aber fangen wir mit einer guten Nachricht an.
Knapp 224.000 Betriebe im Gastgewerbe gab es im Jahr 2012  und laut Bitkom haben bis zu 98% aller Hotels und Pensionen, als Teil des Gastgewerbes, eine eigene Webseite.

Toll – das freut mich sehr und war nicht zwingend zu erwarten!

Bitkom - Unternehmen mit Webseiten im europ. Vergleich

Wer sich diese Webseiten und deren Inhalte dann aber einmal näher anschaut, der merkt schnell, dass einerseits die Aktualität und andererseits das Design zum Großteil zu wünschen übrig lassen.
Spricht man dann mit den Verantwortlichen über Social Media, dann wird es erst recht oft schwierig.

Aber auch hier sollten sich diese Verantwortlichen einmal offizielle Statistiken anschauen.

Statistik: Aussagen von Reisenden zu Online-Bewertungen im Jahr 2013 | Statista

Also liebe Gastronomen: zeigt Euch.

  • Zeigt, dass Ihr etwas zu bieten habt.
  • Fordert Eure Gäste auf Euch zu bewerten.
  • Monitoring: beobachtet und durchforstet das Netz nach Meinungen und Hinweisen
  • Nehmt die Hinweise und Meinungen ernst und ÄNDERT etwas im Zuge verbesserter Qualität des Hauses
  • Reagiert auf Bewertungen, Hinweise und Meinungen, wenn es möglich ist – egal auf welcher Plattform
  • kümmert Euch auch online um (potentielle) Gäste, denn hier suchen und finden Euch alle Interessenten
  • Ruht Euch nicht auf der Vergangenheit aus, denn es wird Gastronomen geben, die die Zeichen der Zeit erkennen und Euch ggf. den Rang ablaufen werden

Euer Mike

Mike, was ist eigentlich … heute: Product-linked Sponsoring

Kolarz-Lakenbacher und Reichlin-Meldegg definieren das Sponsoring anhand des Beziehungsstatus‘ von Sponsoren und dem Sponsoringnehmer.

Beim „Product-linked Sponsoring“ gibt es eine enge Beziehung von Produkt und Sponsorship, wie z.B. zwischen einem Ballhersteller und einem Fußballclub.
Beim „Product Image linked Sponsoring“ gibt es eine enge Beziehung von Produktimage und Image des Sponsorships, wie z.B. zwischen einem Hersteller von Gesundheitskost und einem Fitnessstudio.
Beim „Corporate Image linked Sponsoring“ gibt es eine enge Beziehung von Unternehmensimage und Image des Sponsorships, wie z.B. zwischen einem Pharmahersteller und einem Typisierungsverein.
Beim „Non linked Sponsoring“ gibt es keine Beziehung von Produkt/Unternehmen und dem Sponsorship, wie z.B. zwischen einem Windkraftunternehmen und einer Verkehrsschau im Radio.

Euer Mike