Die Presse und die soziale(n) Medien(nutzung)

Ich habe vor kurzem in Bad Zwischenahn einen Vortrag für das Magazin „taxi heute“ zum Thema PR/Öffentlichkeitsarbeit gehalten.
In diesem Vortrag habe ich auch anhand statistischer Auswertungen den immer weiter zunehmenden Wandel von der klassischen PR hin zur Online-PR dargestellt.
Nimmt man die Studie „The New Normal for News” des Oriella PR Networks zur Basis, wenn man sich die Twitter-Nutzung weltweit anschaut, dann bleibt festzustellen, dass die Zahl der Journalisten, die dieses Medium zur Recherche nutzen, immer größer wird.

Journalisten weltweit, die twittern …

 

 

Das Journalisten aber auch andere Medien zur Recherche nutzen, kann man an einem Beispiel erkennen, das ich persönlich erlebt habe. Und zwar geht es dabei um das soziale Netzwerk Facebook.

Ich habe am letzten Wochenende ein lokales Musikfestival besucht. Dieses Festival hat auch eine eigene Facebook-Seite. Da ich dem – seit mittlerweile 13 Jahren stattfindenden und von mir ins Leben gerufenen – Ereignis sehr verbunden bin, bin ich natürlich auch „Fan“ dieser Seite.
Das Festival war zu ende und ich postete meine Meinung über zwei der Bands, die am Samstag spielten.

Als ich am Montag dann die Zeitung aufschlug, gab es einen sehr positiven Artikel über das Festival. Das Besondere war nur, dass die Überschrift zu dem Artikel nahezu exakt mein Statement von der Facebook-Seite war. Im weiteren Text wurde das Zitat erneut aufgegriffen und dazu geschrieben „(…), schilderte einer der Besucher den Auftritt. (…)“.

Was heißt das aber für die Pressearbeit als Teil der Öffentlichkeitsarbeit?
Nun, es zeigt, dass auch die lokale Presse Informationen aus den Social Media holt, sei es, um z.B. selbst Zeit zu sparen (nicht vor Ort sein zu müssen für ggf. Interviews etc.) oder einfach nur unvoreingenommene Statements einzuholen.
Es zeigt, dass auch Inhalte, die NICHT explizit per Pressemitteilung weitergegeben werden, ihren Weg in die Tagespresse finden können und finden.

Somit ist eine Pressearbeit, die sich dem Verfassen von Pressemitteilungen verschreibt, nicht immer zwingend erforderlich.
Dieser Trend wird sich auch zukünftig weiter durchsetzen, denn die Journalisten werden immer jünger. Sie sind Recherche über das Netz gewohnt und dem Internet als Recherche-Medium gegenüber offen, wachsen selbst damit auf.

Das ebnet den Weg für eine Online-PR und macht Social Media Marketing immer wichtiger als Teil der Öffentlichkeitsarbeit.

Euer Mike

 

 

Facebook-Seiten bewerten per Rezension

Facebook macht sich daran nun auch qualitative Bewertungen von FB-Seiten einzuräumen.

Es gibt nun die Möglichkeit mittels des „Rezensieren“-Buttons, der sich direkt neben dem „Gefällt mir“-Button befindet.


Man kann eine Seite bewerten als:

  • Schlecht (1 Sterne)
  • Angemessen (2 Sterne)
  • Gut (3 Sterne)
  • Sehr gut (4 Sterne)
  • Ausgezeichnet (5 Sterne)

Zudem kann man einen Bewertungstext zufügen, um dem ganzen noch eine persönliche Note zu geben.

Die Frage, die sich mir nun stellt: ist das nützlich oder eher gefährlich?

Nützlich einerseits sicherlich, denn um eine Kennzahl erweitert, so lassen sich nun nicht nur die Conversion-Rate und die „Likes“ zählen und zur Auswertung heran ziehen, sondern auch die Bewertung/Rezension.

Aber: gefährlich ist es ebenfalls, denn nun gibt es für Wettberber, Hasser und anderen Menschen, die einem Unternehmen ggf. nichts Gutes wollen die Chance, dass man mit Schmutz wirft.
Im Idealfall nutzt ein User die Rezension, um Feedback zu geben – was er aber bereits mittels Kommentar-Funktion konnte.

Im schlimmsten Fall werden 1 Sterne-Bewertungen abgegeben, um eine Seite ohne wirklichen Gehalt zu verunglimpfen.
Sicherlich, auch das war mit Kommentaren möglich – aber dieses Variante hat nun mehr Strahlkraft.

Was wird also letztlich wirklich bewertet?
„Bewerte diesen Ort“ steht bei Abgabe einer Bewertung als Textoption – was aber wird letztlich bewertet?
Bleiben wir beim Beispiel henneundei:

  • Das Büro an sich – ist es schön gestaltet, nette Leutchen vor Ort?
  • Das Layout der Facebook-Seite?
  • Der Inhalt der Facebook-Seite?
  • Die Qualität der Zusammenarbeit?

Was also soll dort bewertet werden, was man nicht mittels Kommentar erledigen könnte?

Ich persönlich bin immer skeptisch, wenn man eine nominale Bewertungsmöglichkeit (mag ich oder eben nichts tun) umwandelt in eine ordinale Sterne-Bewertung. Nun auch bewusst schlechte Bewertungen zuzulassen kann meiner Meinung nach auch nach hinten losgehen.

Ich fände es ausreichend, wenn man weiterhin die Interpretationsmöglichkeiten für wenige „Likes“ ließe: finden die User das Unternehmen nicht gut und liken deswegen wenig?
Wissen nur nicht genug User, dass das Unternehmen bei FB vertreten ist? …

So aber gibt es keine Interpretationsmöglichkeiten: schlecht ist schlecht und wird – wie in vielen anderen Bewertungsportalen – ggf. nicht hinterfragt und schädigt möglicherweise die Reputation eines Unternehmens, auch wenn es „unschuldig“ ist.

Schwierig, schwierig. Man wird sehen müssen, wie sich diese Neuheit entwickelt.

Euer Mike

Hashtag – Fehler leicht gemacht

Was machen Produktentwickler, wenn Sie im Team einen Markennamen konzipieren?
Man sollte meinen, dass sie nach vielen gestormten Brains auch Namen parat haben, die einerseits ihrem Zweck der Markenbildung dienen, andererseits – im Zuge der Globalisierung – auch internationalen Vermarktungsstrategien Stand halten.

Das aber auch große Konzerne vor Fehlern nicht gefeit sind, das haben uns bereits Autobauer wie Mitsubishi, Audi und Toyota eindrucksvoll mit Namensgebungen bewiesen.

Diese Fehler können sich aber ebenso im Social Media Marketing zeigen. Besonders schön ist es dabei, wenn man mit hashtags arbeitet (sie sind bei der Suche nach speziellen Themen/Schlagwörtern hilfreich, z.B. auf Twitter, Facebook usw. – Beispiel #henneundei) und diese nicht im Vorfeld auf identische, bereits existierende Hashtags untersucht. Speziell dann, wenn sie NICHT so eindeutig wie das Beispiel #henneundei sind. 😉

Diese Erfahrung mussten nun auch die Macher bei Burger King machen, die mit Ihrer „What the french fry“-Kampagne so kreativ waren den Hashtag #WTFF bei Twitter zu nutzen. Dieser steht aber eigentlich für etwas anderes und wird auch dafür genutzt, nämlich „What The F****ing F**k“.

Vielen Dank an Torben Rick, als meinen heutigen „daymaker“

Euer Mike

 

Mike, was ist eigentlich … heute: die 2-Klick-Regel

Überraschenderweise gibt es immer wieder Unternehmer, die genauso überrascht darüber sind, dass sie z.B. auf ihrer Facebookseite auch ein Impressum vorhalten müssen. Dabei gilt auch hier, dass bei Abmahnung ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro verhängt werden kann, wenn dieses fehlt.

Deshalb hier noch einmal kurz dargestellt:

  • Eine Unternehmensseite muss auch bei Facebook ein Impressum (oder z.B. bei Google+ local „impressumsgleiche Angaben“) enthalten
  • die 2-Klick-Regel besagt dabei, dass das Impressum mit 2-Mausklicks oder weniger erreichbar sein muss
  • Ein Impressum kann auf einer Unterseite eingebunden sein oder mittels Verlinkung auf das Impressum auf der eigenen Firmenwebseite verweisen (dann aber direkt, denn: 1. Klick auf Unterseite + 2. Klick auf Webseite + 3. Klick auf Impressum = 3 Klicks und daher abmahnfähig!)

Also, Impressum nicht vergessen.

Euer Mike

Facebook mit Gewinnspielrevolution

Eine Gewinnspielrevolution, alles wird einfacher – aber dennoch nicht alles erlaubt!

Wie Ihr vielleicht bereits mitbekommen habt, hat Facebook seine Richtlinien bei Gewinnspielen geändert.
Ab sofort sind nun Gewinnspiel in Fan-Seiten oder Apps zulässig.
Ich sehe vor meinem geistigen Auge bereits einige von Euch mit aufgerissenen Augen: „Was, es gibt Richtlinien für Gewinnspiele auf Facebook????“

Ja, das wissen viele Unternehmen nicht, dass man (bisher) tatsächlich riskierte abgemahnt oder ganz gelöscht zu werden, wenn man einfach so mal ein Gewinnspiel bei Facebook veranstaltet.
Bislang war es nämlich nicht auf Seiten zulässig, sondern nur über entsprechende Apps.

Aber keine Bange, nun hat es sich ja gelockert. Wie auch das Onlinemagazin „Futurebiz“ schön zusammenfasste, so gibt es weitreichende Änderungen.

Was darf nun gemacht werden?

  1. Es sind Gewinnspiele durch Einträge auf der Pinnwand möglich, z.B. als Kommentar wie: “Schreibe einen Kommentar auf diesen Post und gewinne dies und jenes.”
  2. Die Teilnahme an Gewinnspielen durch Handlungen, wie z.B. das Liken: „Unter allen die diesen Beitrag liken, wird dieses und jenes verlost …”
  3.  Teilnahme durch Fanpage-Nachrichten, wie: „Sendet uns eine Nachricht an die Seite. Unter allen Einsendern wird dieses und jenes verlost …”
    Hier gibt es allerdings eine Einschränkung: die Handlungen müssen auf der Fanpage stattfinden und dürfen nicht auf der persönliche Timeline des Nutzers erfolgen.

Was darf immer noch nicht gemacht werden?

So etwas wie: „Unter allen, die in ihrem Profil dieses und jenes machen, wird dieses und jenes verlost.“

Diese Infografik zeigt, was alles darf und was nicht.

Gewinnspielrevolution

Auch wenn die Zahl der Gewinnspiele damit steigen wird möchte ich Euch dazu raten, dass Ihr eigene Gewinnspiele gut durchdenkt und organisiert, bevor Ihr sie veröffentlicht.
Es wäre doch schade, wenn man nun zu denen gehört, die minderwertigen Werbekram rausballern ohne nachzudenken.

Euer Mike

Facebook-Ranking Fußball (Landesliga Weser-Ems)

Andreas Will hat in seinem Sportmarketingblog ein Facebook-Ranking aller deutschen Fußballvereine angefertigt, die er bei Facebook gefunden hat. Etliche User haben ihm weitere Clubs genannt, die er ebenfalls einbaute.

Ich habe das einmal abgeguckt, sorry Andreas an dieser Stelle, und so ein Ranking von der Landesliga Weser-Ems gemacht – Grund ist, dass es hier Vereine aus Ostfriesland gibt und sie damit die höchste Spielklasse mit ostfriesischer Beteiligung darstellt.

Es gibt allerdings Anmerkungen, die man in eine Bewertung einfließen lassen muss.

Die Facebook-Seite des VfB Oldenburg II z.B. ist sicherlich nicht repräsentativ, da hier nur eine Gesamtseite des VfB Oldenburg vorliegt. Und da der VfB in der Regionalliga Nord aktiv ist, dürften mehr „Fans“ zu erwarten sein, als in der Landesliga, denn die zweite Mannschaft des VfB führt keine eigene Seite. Ein weiterer Club hat aufgrund seiner Volleyballdamen, die in der 2. Bundesliga spielen, sicherlich ebenso zusätzliche Strahlkraft: der VfL Oythe.

Als Berechnugsgrundlage habe ich die gleiche genommen wie Andreas Will, um eine Vergleichbarkeit herstellen zu können:

1. die Anzahl der “Gefällt mir”

2. die Anzahl der “sprechen darüber”

3. die Aktivität auf der Seite in % (sprechen darüber/Gefällt mir”)

Im Gegensatz zu Andreas habe ich Gemeinschaftsseiten von Wikipedia einfliessen lassen, wenn es nichts anderes gab.

 

Facebook-Ranking Landesliga Weser-Ems

Stand 05.08.2013
RangVereinFacebook "gefällt mir"Facebook "sprechen darüber"Aktivität in %
1VfB Oldenburg II
3764
450
11,96%
2SV Holthausen/Biene 1931
799
64
8,01%
3VfL Oythe 1947
710
1
0,14%
4TuS Blau-Weiß Lohne
610
167
27,38%
5BSV Kickers Emden
607
207
34,10%
6SC Melle 03
603
50
8,29%
7Blau Weiss Hollage
529
15
2,84%
8SV Bad Rothenfelde
409
31
7,58%
9FC Schüttorf 09391
0
0,00%
0SC Spelle-Venhaus 1946
372
2
0,54%
11VfL Germania Leer
294
231
78,57%
12TuS Emstekerfeld 1965 259
55
21,24%
13Türkischer SV Oldenburg 254
9
3,54%
14TuS 1863 Pewsum
124
3
2,42%
15SV Brake10332,91%
16SV Eintracht Nordhorn
13
0
0,00%
17TV Bunde00
0,00%
18SC Lüstringen000,00%

Euer Mike