Amateurvereine – oft untätig, jammernd

Ich weiß, die Überschrift ist spitz und hart formuliert – sie trifft leider nur oft genau den Kern.

Ich spiele ja selbst noch Fußball und habe Kontakt zu vielen Amateurvereinen und/oder deren Funktionären.
Das oft gar nicht beruflicher Natur, sondern weil wir gemeinsam in einer Mannschaft oder gegeneinander spielten, weil man auf einem bestimmten Gelände trainierte, mal zusammen feierte, weil der eigene Nachwuchs dort kickt oder man sonst in irgendeinem Kontakt steht.

Keiner der mir bekannten Vereine kann von sich behaupten, dass er über große Geldreserven verfügt, kann behaupten dass er keine finanziellen Sorgen hätte. Und dennoch scheint es so zu sein, dass die Not noch nicht groß genug ist. Anders kann ich mir die Untätigkeit und Lethargie diverser Vereinsoberer nicht erklären.

Zur Situation: wir haben vor einigen Jahren ein Sponsoring-Projekt für Amateurvereine entwickelt.
Dieses Projekt sollte der Versuch sein einmal etwas Neues auszuprobieren. Somit war von vorneherein klar (und wurde auch so kommuniziert), dass es keine Erfolgsgarantie geben konnte. Wir haben dann seinerzeit schließlich über einen Landesverband knapp 2600 Fußballvereine angeschrieben. Ich habe mit etlichen Vorsitzenden über das Projekt gesprochen, oft mit der Rückmeldung, dass es wirklich ein tolles Konzept wäre und man hoffe, dass es erfolgreich würde.

Sicherlich, es gab – abhängig von verschiedenen Variablen – nicht sehr viel an zu erwartenden Sponsoring-Erlösen, aber als klammer Verein nehme ich doch mit was ich bekommen kann, wenn es anderen Engagements nicht im Weg steht – oder sehe ich das einfach falsch? Da dieses Projekt auf Masse ausgelegt war haben wir auch den Vereinen gesagt, dass die erste Voraussetzung für den Erfolg ist, dass sich viele Vereine dem Projekt anschließen. Das Anschließen erfolgte schriftlich und absolut unverbindlich, es kostete eben nur etwas Zeit die nötigen Formulare auszufüllen.

Und nun dürft Ihr raten wie viele Vereine sich dem Projekt angeschlossen und sich angemeldet haben …

Es waren nicht einmal 90 (!).

Es haben sich damit etwas über 3% aller informierten Verein dazu entschlossen – zumindest an einer Möglichkeit etwas Geld durch Sponsoring zu erhalten – teilzunehmen. Selbst die Clubs, deren Vorstand mir die Ohren vollgejammert haben, dass man so wenig Geld hätte und wie toll es wäre über so ein Projekt Zusatzeinnahmen zu generieren, haben sich nicht mehr gemeldet.

Letztlich mussten wir das Projekt auf Eis legen, weil die Zahl der benötigten Clubs nicht annähernd erreicht und somit das Signal versendet wurde: kein Verein braucht Geld, alle sind zufrieden und benötigen eine solche Möglichkeit nicht.

Wenn Ihr einem Verein angehört oder Sponsoringkonzepte für Vereine entwickelt, dann verratet mir bitte: warum sind so viele Amateurvereine so untätig und dennoch groß im Jammern um ihre Situation?

Ich jedenfalls kann das nicht nachvollziehen.

Euer Mike

QR-Codes im Sportmarketing nutzen

Wie man QR-Codes auch im Sport kreativ nutzen kann, dass zeigen uns unsere niederländischen Freunde vom FC Groningen derzeit.
Kompliment dabei an meinen Bekannten Edwin Froma, der für das Marketing des FC mit zuständig ist.

Um die Aktion kurz zu beschreiben:

Mit der Kampagne „90 minuten en meer“ hat man in der Provinz Groningen Plakate aufgehängt, die den Spieler Michael de Leeuw zeigen.
Mit Smartphone oder Tablet kann ein QR-Code gescannt werden, der dann ein schönes Video abspielt – aber seht selbst.

Euer Mike

Sponsoren suchen – aber nicht ohne vorher die Hausaufgaben zu machen!

Wie Andreas Will in seinem Blog bereits aufschlussreich darstellt, gehören Erfolg und damit verbundene Reichweite zusammen. Nicht aber zwingend erforderlich ist dabei der sportliche Erfolg, das sehe ich ähnlich.
Aber: ich möchte hier die Betonung auf „sportlichen“ Erfolg legen. Denn auch die nicht besonders sportlich erfolgreichen Beispiele von Eddy the Eagle und Co. zeigen, dass sie etwas haben – eine Art von Erfolg, die für die entsprechende Medienreichweite ausreichte und sorgte.

Es ist also wichtig etwas Besonderes zu sein und damit die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen, es muss aber nicht das sein, was wir allgemein als „Erfolg“ ansehen würden.
Sei es man ist besonders schlecht – wie Edwards – oder aber man ist ein Club wie der FC St. Pauli, der seine Marketingmaschinerie (zum Leidwesen seiner eingefleischten Fans) genau aus diesem Grunde so aufgebaut und sich positioniert hat:
man ist anders und dieses Anderssein definiert eine Art von Erfolg, die medienwirksam ist.

Will schreibt in seinem Artikel (mir besonders wichtig ist das Fettgeschriebene): „Wer Sponsoren für sich gewinnen möchte, der muss hart dafür arbeiten. Dazu gehört, dass man sich auch im Bereich Sportmarketing, Sponsoring, sowie PR & Öffentlichkeitsarbeit fit macht. Anders geht es leider nicht. Wer möchte, dass Sponsoren eine Leistung erbringen, der muss auch eine adäquate Gegenleistung liefern können. Allerdings stellt sich auch die Frage, wie man sich das nötige Know How erarbeitet um professionelle Sponsoren-Arbeit leisten zu können. Einen guten Trainer für den sportlichen Bereich hat man meistens, aber wer bringt einem bei wie man das Thema Sponsoring anpacken muss? Hier muss Hilfe von außen kommen.“

Selbst wenn man sich externe Berater/Agenturen nicht leisten will, ohne Public Relations geht es nicht, wenn man dazu verdammt ist Geld zu akquirieren.
Es gibt heute im Zuge des Internets so viele Möglichkeiten Reichweite zu generieren, man muss sich nur mit dem Thema auseinandersetzen, Zeit investieren und Ideen entwickeln – ggf. halt einfach mal „anders“ sein.
Letztlich zeigt es einem potenziellen Sponsor, dass man sich Gedanken darüber macht was dem Sponsor als Gegenleistung dienen kann (und man eben nicht nur sein Geld will).

Ich kenne diesen Ausspruch nur zu gut: „Wir brauchen keinen Mehrwert für Sponsoren, wir brauchen Geld.“

Dass das aber der 2. Schritt vor dem 1. ist, das wird fatalerweise oft nie gesehen.

Euer Mike

Mike, was ist eigentlich … heute: Product-linked Sponsoring

Kolarz-Lakenbacher und Reichlin-Meldegg definieren das Sponsoring anhand des Beziehungsstatus‘ von Sponsoren und dem Sponsoringnehmer.

Beim „Product-linked Sponsoring“ gibt es eine enge Beziehung von Produkt und Sponsorship, wie z.B. zwischen einem Ballhersteller und einem Fußballclub.
Beim „Product Image linked Sponsoring“ gibt es eine enge Beziehung von Produktimage und Image des Sponsorships, wie z.B. zwischen einem Hersteller von Gesundheitskost und einem Fitnessstudio.
Beim „Corporate Image linked Sponsoring“ gibt es eine enge Beziehung von Unternehmensimage und Image des Sponsorships, wie z.B. zwischen einem Pharmahersteller und einem Typisierungsverein.
Beim „Non linked Sponsoring“ gibt es keine Beziehung von Produkt/Unternehmen und dem Sponsorship, wie z.B. zwischen einem Windkraftunternehmen und einer Verkehrsschau im Radio.

Euer Mike

Der FC Bayern München – die internationale Top-Marke

Der W&V-Markenschau-Blog hat einen interessanten Artikel zum FC Bayern als Marke veröffentlicht.
Wen die aktuellen Marktwerte der europäischen Spitzenclubs interessiert, der wird hier ebenfalls bei der W&V fündig.

Ein Interview mit Andreas Jung, Vorstandsmitglied für Sponsoring, Markenführung, Neue Medien und Merchandising, bringt interessante Infos.

Ich selbst hatte im letzten Jahr das Vergnügen Herrn Hoeness auf der Veranstaltung eines unserer Kunden im Talk live zu erleben und muss sagen: auch wenn man die Bayern nicht mag – was ja oft auch eine erhebliche Portion Neid beinhaltet – das, was der FC Bayern seit Jahren im Zuge des dualen Erfolgs wirtschaftlich und sportlich leistet ist alle Ehren wert.

Bezogen auf die (Social-) Medianutzung ein interessanter Auszug:

„Der FC Bayern setzt ja bei der Kommunikation nicht mehr nur auf „Bild“, „BamS“ und „Glotze“, sondern auch auf eigene Medien. Wie wichtig ist die direkte Kommunikation mit den Fans?

Unsere clubeigenen Medien sind für uns ein festes Standbein in der Markenstrategie. Und ja, da sind wir schon sehr stark. Unser FCB TV haben wir inzwischen schon in 85 Länder verkauft. Neben unseren täglichen FCB News produzieren wir ein TV-Magazin mit wöchentlich drei Stunden, in die wir auch die Produkte unserer Partner integrieren. Die Sender geben uns eine Ausstrahlungsgarantie.

Wie werden Produkte der Partner integriert?

Durch Einbindung und Nutzung der Produkte unserer Partner in die Berichterstattung werden diese integriert, ohne dass es sich um plakative Werbung handelt.

Wie wichtig sind die sozialen Medien?

Sehr wichtig. Wir haben erkannt, dass sich die Fans immer individueller und auf verschiedenen Wegen abseits der traditionellen Medien über ihren FC Bayern informieren möchten. Das versuchen wir auf verschiedenen Kanälen zu bedienen. Wir haben ja mit MyFCB eine eigene soziale Plattform und sind auf Google Plus, Twitter, Instagram, Facebook und weiteren sozialen Netzwerken vertreten. Allein in China haben wir in den sozialen Netzwerken Sina und Tencent weibo mittlerweile über zwei Millionen User. Die Zahlen sind nach unserer Chinareise im letzten Jahr enorm gestiegen.“

In diesem Sinne, viel Spaß mit der Bundesligasaison 2013/2014.

Euer Mike

 

Mike, was ist eigentlich … heute: Vampir-Effekt

Der „Vampir-Effekt“ bezeichnet eine für Sponsoren ungünstige Konstellation der Darstellung in einer Berichterstattung.
Ein Sportler wird samt Gesicht gezeigt, was die Aufmerksamkeit des Betrachters unweigerlich auf das Gesicht lenkt und von den wahrnehmbaren Sponsoringbotschaften abzieht.

Im Gehirn, vor allem im rechten Schläfenlappen, gibt es einen Bereich, der das Erkennen von Gesichtern ermöglicht.
Dieser Bereich wird „Fusiform Face Area (FFA)“ genannt und bewirkt, dass Werbebotschaften im Umfeld nicht mehr ausreichend wahrgenommen werden.
Der Mensch kann Gesichter schneller und intensiver mit dem Gehirn analysieren als andere Reize in deren Umgebung.