Reputation adé – Richter „Eigentor“

Reputation adé – so benimmt man sich nicht

Immer wieder erleben wir, wie sich Unternehmen um Ihre Reputation und Ihr Image bringen, weil Sie den Grundgedanken der Social Media fehlinterpretieren und entweder Ihre Fans nur mit Werbung bombardieren, ausschließlich Angebote posten oder aber ihren Fans nicht zuhören, ja sogar ignorieren.

Dazu habe ich bereits 2013 einen Artikel verfasst, in dem Ihr nach einer Umfrage seht, was die Nutzer an Posts hassen.
Aber auch die derzeitige rechtspopulistische Hetze im Internet fordert zurecht ihren Tribut und immer mehr User müssen für Ihre Kommentare und Posts gradestehen. Schon Kindern wird gesagt, dass sie im Netz keine Fotos posten oder Adressen preisgeben sollen. Schülern wird nahegelegt keine Dinge zu posten, die ihnen Personaler um die Ohren hauen, wenn Sie Bewerbungsgespräche führen – falls es denn überhaupt soweit kommt.
Prominente müssen sich immer wieder ob ihrer Äußerungen und Kommentare diverser Shitstorms erwehren.

Und trotzdem gibt es immer wieder Menschen, denen man eigentlich ein gewisses Maß an Intelligenz zutrauen sollte, die diese Art Fehler begehen und es dann bitter bereuen.

So auch der aktuelle Fall, in dem ein Richter seine nicht wirklich intelligente Darstellung bei Facebook sicherlich auch schon bald bereuen wird.
Das auch auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung gezeigte Foto zeigt den angesprochenen Richter mit Bier und einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause: JVA“.

Dieses „Späßchen“ auf Kosten seiner Angeklagten war nun dem BGH zuviel.

Diese Präsentation war nicht einfach nur neckisch, sie manifestierte, so meinte der BGH, die Befangenheit des Richters: „Dessen Internetauftritt ist mit der gebotenen Haltung der Unvoreingenommenheit eines im Bereich des Strafrechts tätigen Richters nicht zu vereinbaren“. Was war passiert? Der BGH (Az. 3 StR 482/15) formuliert das in delikater Nüchternheit: „Im öffentlich zugänglichen Bereich“ des Facebook-Accounts des Vorsitzenden Richters „war auf der Profilseite ein Lichtbild zu sehen, auf dem dieser mit einem Bierglas in der Hand auf einer Terrasse sitzt und ein T-Shirt trägt mit der Aufschrift: ‚Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause: JVA'“ . (Zitat sueddeutsche.de)

Reputation adé
Quelle: Sueddeutsche.de

So sagt auch dieser User in Person eines Richters nun „Reputation adé“ – wer ungeachtet seines Berufs so agiert und dann auch noch einen Kommentar wie „Das ist mein ‚Wenn du rauskommst, bin ich in Rente‘-Blick“ unter so ein Bild postet, der hat es wohl nicht anders verdient.

Solltet Ihr Frage zu Reputation und Image haben, dann schreibt mir bitte lieber eine Mail, bevor Ihr solch einen Unsinn verzapft.

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